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Wofür steht FSZM

FSZM steht für den Begriff fürsorgerische Zwangsmassnahmen, doch was bedeutet dies nun letztendlich? Diese Frage wurde in einem Artikel von einer offensichtlich sehr empathischen Journalistin äusserst treffend und in kurzen Worten wie folgt umschrieben:

Perverse Fürsorge

Was sind   fürsorgerische Zwangsmassnahmen? Wer nicht konform war oder arm, konnte in der Schweiz bis 1981 für unbestimmte Zeit ins Gefängnis oder in ein Heim gesteckt werden. Ohne Gerichtsurteil. Ohne Rekursmöglichkeit. Brutalste Misshandlungen waren an der Tagesordnung. Kinder wurden verdingt. Männer wurden zwangsweise kastriert, Frauen sterilisiert. Ungeborene wurden Frauen unter Zwang aus dem Leib geschnetzelt. Kinder wurden ihren Familien entrissen und für immer an geheime Orte gebracht. Neue Chemikalien wurden nicht an Tieren getestet, sondern an Erwachsenen. (Quelle Wochenblatt Tierstein Dorneck)

So wird dies von einer Journalistin umschrieben welche verstanden hat wie schwerwiegend und tiefschneidend diese Eingriffe in unser Leben waren. Leider aber scheint solches Verständnis recht selten zu sein und wir Betroffenen bekommen immer wieder dumme Bemerkungen zu hören. So z.B. dass wir das Erlebte doch endlich hinter uns lassen, oder uns für eine Therapie hergeben sollten.

Und natürlich darf festgestellt werden, dass für manche unter uns eine Therapie eine Form der Hilfe darstellen könnte. Doch weshalb glaubt man mit einer Therapie alle Probleme aus der Welt schaffen zu können? Oder weshalb soll ich mich therapieren lassen, weil ich Opfer einer kränkelnden Gesellschaft wurde? Wäre es da nicht angemessener nicht mich, sondern eben diese Gesellschaft, respektive deren Regelwerk zu therapieren? Inwiefern sollte eine Therapie etwas bewirken können, wenn wir auf Grund gesundheitlicher Probleme und/oder mangels Ausbildung, sowie auch in Hinsicht auf unser Alter von finanziellen Sorgen aufgefressen werden?

Mit Grundsatzfragen scheint man sich jedoch nicht auseinandersetzen zu wollen, was genauso auch auf Auslegung und Anwendung der Gesetze zutrifft, um auf eben dieses Regelwerk zu sprechen zu kommen. Denn verhält es sich nicht in jeder anderen Sache der Art, dass der Schadensverursacher letztendlich für den verursachten Schaden aufkommen muss? Weshalb also wird in dieser Sache ganz offensichtlich mit anderen Massstäben gemessen und verfahren?

Nicht selten wird auch heute noch der real verursachte Schaden geleugnet, oder zumindest bagatellisiert. Doch selbst nun wo dieser Schaden endlich nicht mehr geleugnet wird, will man sich offensichtlich durch das “Argument“ der Verjährung der Verantwortung entziehen.

Nicht gesehen werden will, dass das Leid welches uns zugefügt wurde z.B auch von humanrights.ch ganz zutreffend als ein Vergehen gegen die Menschenrechte bezeichnet wird. Und laut StGB bei Vergehen solcher Art eigentlich keine Verjährung eintreten sollte…
Genauso wie auch der Zweckgedanke (überrechtliches Grundprinzip) der Verjährung in unserer Sache überhaupt nicht zutrifft. Oder wie auch laut OR (Obligationenrecht) eine Forderung nicht verjährt, solange der Kläger keine Möglichkeit hatte, seine Sache vor einem ordentlichen Schweizer Gericht vorzubringen. Und genau dies trifft doch letztendlich für uns Betroffene zu, da ein ordentliches Gericht ein faires Verfahren, sowie die Erwägung aller mitspielenden Faktoren beinhalten würde.

Also auch aus einer rein rechtlichen Perspektive erscheint mir das Argument der Verjährung letztendlich als eine Schutzbehauptung, mittels welcher sich die Instanzen aus der Verantwortung schleichen wollen. Weshalb ich als Betroffener die sogenannte Aufarbeitung nicht als wirklich seriös und ernsthaft einstufen kann.

Diese harten Worte begründen sich zuerst einmal mit der Tatsache, dass die Betroffenen erstens nicht wirklich mit eingebunden wurden. Denn unangenehme Stimmen wie jene welche sich z.B. mit Aspekten wie eben den oben genannten befassen möchten, werden möglichst fern vom Geschehen gehalten. Genauso wie auch auf Entscheidungsebene Betroffene nicht eingebunden und/oder zumindest gehört werden wollen. Viel lieber verlässt man sich auf sogenannte Experten und scheint dabei zu vergessen, dass das uns zugefügte Leid damals auch auf Expertisen und Ansichten solcher Experten zurück geführt werden kann…..

Da wir leider nicht auf eine angemessene Aufarbeitung, sprich auf eine Bereitschaft zu schadensregulierenden Massnahmen zählen können, verbleibt uns somit kaum eine andere Lösung, als das Ruder selbst in die Hand zu nehmen. Und genau deshalb wollen wir nun das Projekt 3-D Druck Café ins Leben rufen, um selbst mit unserem Wissen und unserer Erfahrung wirken zu können.