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durch die Schweizerische Eidgenossenschaft

Ist die Aufarbeitung zum Thema fürsorgerischer Zwangsmassnahmen glaubwürdig?

Wir leben hier als Bürger eines reichen Landes welches von Rechtsgleichheit spricht und in welchem eine geschützte Kindheit als eines der höchsten Güter gehandhabt wird. Doch wir Betroffenen wurden nicht nur unserer Kindheit beraubt, sondern können auch heute noch kaum etwas von der vielgerühmten Rechtsgleichheit bemerken. Denn wenn heute so viele unter uns beispielsweise über keine Altersvorsorge oder ein menschenwürdiges Einkommen verfügen, ist dies meist auf das damals Erlebte Leid zu rück zu führen.

Bekommt heute ein Kind eine Ohrfeige verpasst, so macht die Öffentlichkeit einen Skandal daraus. Und ist heute die Sprache von Vergewaltigungsopfern, so zeigt jeder Mensch (richtigerweise) Verständnis für die Traumata welche solche Erlebnisse hinterlassen werden. Oder beispielsweise auch bei Wohnungseinbrüchen berichten die Medien über Traumata, unter welchen die Opfer zu leiden haben. Ohrfeigen aber dürften für viele unter uns Betroffenen sicherlich das kleinste Problem gewesen sein. Obschon wir nichts verbrochen hatten wurden wir bereits als Kinder wie Verbrecher behandelt. Statt Liebe und Fürsorge erfuhren wir Drill und waren meist nur Mittel zum Zweck. Statt uns als Kinder zu fördern wurde gefordert und statt mit anderen Kindern draussen spielen zu dürfen wurden wir von der Gesellschaft weg gesperrt oder mussten Leistung erbringen. Wenn wir Glück hatten, wurden wir als Kinder gezwungen unser eigenes Erbrochenes zu essen, sexuell perversen Menschen hilflos ausgesetzt, oder dergleichen. Wenn wir Pech hatten wurden wir zwangssterilisiert, oder den Frauen wurden bei gleichzeitiger Sterilisation die Kinder aus dem Leib geschnitten….

NFP 76 Fürsorge und Zwang - Geschichte, Gegenwart, Zukunft

 

Zusätzlich zu den bereits laufenden Arbeiten der UEK wurden auch die Ausschreibungen für das NFP 76 mit einer Eingabefrist bis zum 28.06.2017 lanciert. Im Gegensatz zu den Arbeiten der UEK zielt das NFP 76 darauf, Merkmale, Mechanismen und Wirkungsweisen der schweizerischen Fürsorgepolitik und -praxis in ihren verschiedenen Kontexten zu analysieren. Es sollen mögliche Ursachen für integritätsverletzende und -schützende Fürsorgepraxen identifiziert und die Auswirkungen auf die Betroffenen untersucht werden.

Viele Betroffene empören sich über die 18 Millionen, mit welchen dieses Programm finanziert wird. Weshalb ich bei dieser Gelegenheit daran erinnern möchte, dass es sich bei diesen 18 Millionen genauso wie auch bei unseren 300 Millionen des Solidaritätsbeitrags verhällt. Beschäftiget man sich nämlich ein wenig mit den Zahlen und dem Zeitfaktor, dann relativieren sich diese 18 Millionen genauso schnell wie unser Solidaritätsbeitrag.

Wie alles begonnen hatte

Bâlance Bâle: Gründung des Vereins November 2012. Aufnahme erster Tätigkeiten im Coaching Bereich. 2014 Anerkennung als gemeinnütziger Verein.

Im Rahmen des Projektes „Kugelweg 7“ das zu einer Kooperation des Vereins ReMarkt (Brislach)mit Bâlance Bâle führen soll, kommt es zu einem Erstkontakt mit dem Initianten Andreas Jost, der ein „soziales Projekt für Betroffene fürsorgerischer Zwangsmassnahmen“ umsetzen möchte. Da es am Kugelweg Platz genug für mehrere soziale Projekte gibt, und die Grundideen für die beiden Projekte sehr ähnlich sind, wird eine mögliche Zusammenarbeit besprochen.

Wofür steht FSZM

FSZM steht für den Begriff fürsorgerische Zwangsmassnahmen, doch was bedeutet dies nun letztendlich? Diese Frage wurde in einem Artikel von einer offensichtlich sehr empathischen Journalistin äusserst treffend und in kurzen Worten wie folgt umschrieben:

Perverse Fürsorge

Was sind   fürsorgerische Zwangsmassnahmen? Wer nicht konform war oder arm, konnte in der Schweiz bis 1981 für unbestimmte Zeit ins Gefängnis oder in ein Heim gesteckt werden. Ohne Gerichtsurteil. Ohne Rekursmöglichkeit. Brutalste Misshandlungen waren an der Tagesordnung. Kinder wurden verdingt. Männer wurden zwangsweise kastriert, Frauen sterilisiert. Ungeborene wurden Frauen unter Zwang aus dem Leib geschnetzelt. Kinder wurden ihren Familien entrissen und für immer an geheime Orte gebracht. Neue Chemikalien wurden nicht an Tieren getestet, sondern an Erwachsenen. (Quelle Wochenblatt Tierstein Dorneck)